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Kirche am anderen Ort

Kreissynode mit Superintendentenwahl und Krankenhausseelsorge

Gleich zwei Höhepunkte gab es auf der Herbsttagung der Kreissynode Steglitz: 76 Synodale durften über den Superintendenten abstimmen und ein eindrücklicher Vortrag mit Diskussion zur Seelsorge in Krankenhäusern beschäftigte die Abgeordneten. Am 15. und 16. November kam die Steglitzer Kreissynode in der Lichterfelder Johannes-Kirche zur letzten Tagung der aktuellen Wahlperiode zusammen.

Begleitung, Ermutigung und Förderung der Mitarbeitenden

Das Amt des Superintendenten und die seelsorgerliche Arbeit in Krankenhäusern. Zwei Aufgabenfelder, die nicht jedem unbedingt geläufig sind. Thomas Seibt als leitender Geistlicher des Kirchenkreises, der sich nach neun von zehn Dienstjahren zur Wiederwahl stellte, gab den Synodalen zuvor einen Einblick in sein Tätigkeitsgebiet. Neben vielem anderen gehören „der kritische Blick auf problematische Entwicklungen, das geduldige Bemühen um Veränderungen, die Begleitung und Förderung der Mitarbeitenden im Pfarrdienst und auf der Ebene des Kirchenkreises und manchmal auch das Klarheit schaffende, entschiedene Wort zu seinen Aufgaben“, sagte er.

Unter Leitung von Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein fand die Wahl des Superintendenten mit nur einem Kandidaten in einem einzigen Wahlgang statt. Und sie ging für den Kandidaten gut aus, um nicht zu sagen sehr gut: 89,5% der Synodalen stimmten für Thomas Seibt und bestätigten ihn für die Zeit bis zu seinem Dienstende im Februar 2024 in seinem Amt.

Kirche am anderen Ort

Am zweiten Tag der Synode nahmen Pfarrerin Annette Sachse und Pfarrer Hans-Georg Scharnbeck, beide Seelsorger in der Charité Campus Benjamin Franklin, die Synodalen hinein in dieses besondere Feld pastoraler Arbeit. Einerseits sei die sich ständig verändernde „Krankenhaus-Gemeinde“ Kirche am anderen Ort, da sie jenseits der Räume der verfassten Kirche stattfinde. Andererseits sei die Klinikseelsorge mit ihrer Nähe zu Menschen in Ausnahmesituationen Kirche am ureigenen Ort, sagte Annette Sachse in ihrem Vortrag. „Das Aufsuchen, Dasein, Mitgehen und Nachgehen ist Auftrag des Evangeliums“, ergänzte sie.

Dass es überhaupt Seelsorge in einem Krankenhaus gibt, ist in Artikel 140 des Grundgesetzes geregelt. Danach haben die Religionsgemeinschaften das Recht, in „öffentlichen Anstalten“ Gottesdienst und Seelsorge auszuüben, sofern das Bedürfnis danach besteht und kein Zwang ausgeübt wird. Tatsächlich werde Seelsorge in einem modernen säkularen Krankenhaus aber als Fremdkörper wahrgenommen. Auch wenn die Seelsorger durch ihre breit aufgestellte Professionalität anerkannt seien und zu ethischen Fallberatungen hinzugezogen würden, sei das der Fall, sagte Sachse.

Menschen sind ihre Geschichten

Um Seelsorge in Anspruch zu nehmen, müssen die Menschen weder gläubig sein noch andere Bedingungen erfüllen. Lediglich der Wunsch, die eigenen Themen mit jemandem teilen zu wollen, reichen aus. Schließlich seien Menschen ihre Geschichten und diese müssten erzählt werden, sagte Annette Sachse. Seelsorger und Seelsorgerinnen hören von Berufs wegen zu. „In allem, was ihnen anvertraut wird, suchen sie gemeinsam nach Hoffnungsspuren“, sagte Sachse. Weil Seelsorge „die Muttersprache der Kirche“ sei, müssten Seelsorger selbst immer wieder in die Kinderstube von Glauben und Leben hinein, wo man Worte und Gesten finde für das, was Menschen brauchen, um sich geborgen zu fühlen, sagte sie.

Bericht und Vortrag der beiden Krankhausseelsorger wurden mit viel Applaus von der Synode aufgenommen. Die Synodalen diskutierten anschließend in Arbeitsgruppen weiter zu Themen der beruflichen und ehrenamtlichen Krankenhausseelsorge, der Trauerbegleitung und der Arbeit des Steglitzer Krankenseelsorgevereins.

Die zwölfte und letzte Tagung der Kreissynode Steglitz in der aktuellen Wahlperiode ging mit einer festlichen Abendmahlsfeier in einem großen Kreis in der Johannes-Kirche zu Ende.

Letzte Änderung am: 22.11.2019