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So eine Investition in die Zukunft klappt nur gemeinsam


Die energetische Sanierung der Oberlin-Kita

Seit gut 3,5 Jahren ist Silke Glückstein Leiterin der Kindertagesstätte Oberlin der Ev. Matthäus-Kirchengemeinde und sehr froh über die Neugestaltung der Innen-und Außenräume in Zusammenarbeit mit dem Kita-Team, Eltern, Kindern und der Kirchengemeinde als Trägerin.

Teamentscheidungen waren die Grundlage für den Umbau und die energetische Sanierung der Kindertagesstätte. Der Bau des Architekten Otto Risse aus den 60er Jahren sollte bewahrt werden und als Orientierung bei der Neugestaltung dienen. Über die Jahre war baulich viel an der Kita „gestückelt“ worden und die ursprüngliche Architektur fast nicht mehr zu erkennen. 1,5 Jahre zogen sich die Bauarbeiten schließlich hin und forderten von allen Beteiligten eine Menge Flexibilität, Entschlossenheit und Geduld. Selbst die Handwerker zollten dem Kita-Team Respekt für seinen langen Atem.

Der Raum als dritter Erzieher

Silke Glückstein bezeichnet es als Selbstverständlichkeit, ihre Mitarbeitenden von Anfang an einzubeziehen, schließlich heiße es in der Pädagogik, der Raum sei der dritte Erzieher. Unter anderem war das Farbkonzept innen und außen daher eine Teamentscheidung. Vom Schwedenrot der Fenster über den Sandton der Fassade bis zum Blau-Schwarz der Türen wurde nicht auf Trendfarben gesetzt, sondern auf solche, die auch nach langer Zeit noch überzeugen würden.

Herausgekommen ist etwas ganz Besonderes: „Hell und offen ist es jetzt“, sagen Eltern, „hier wird in die Zukunft investiert“, meint die zuständige Sachbearbeiterin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Die Hauptpersonen des Ganzen, die Kinder wiederum fühlen sich sichtlich wohl, für sie gibt es viele Verbesserungen: Die neue Waschrinne im Bad macht ihnen Spaß, und dass nun jedes Kind seinen eigenen abschließbaren Schrank hat, anstelle der offenen Fächer, macht sie froh und stolz. Die feuerfesten Garderobenschränke waren eine extra Anfertigung für die Kita. Außerdem wurde für die unter Dreijährigen ein Anbau errichtet, so dass andere Räume nun eigens für das Rollenspiel, Bauen, Bewegung, Basteln und Essen genutzt werden können. Der zugehörige Krippengarten dient als Rückzugsort für die Kleinen, wobei sie nach eigenem Ermessen auch darüber hinaus streifen und erkunden können.

Tageslichtlampen, Fußbodenheizung, Akustikdecken

Nach den Highlights gefragt, nennt Glückstein unter anderem die Tageslichtlampen - diese Maßnahme der Gesundheitsförderung wurde lobend von der Unfallkasse erwähnt. Außerdem die neuen Raffstoreanlagen, die das Aufheizen der Räume verhindern, die Fußbodenheizung als Niedertemperaturheizung, die den Wärmebedarf reduziert, die mit Wärmetauschern ausgestattete Be-und Entlüftungsanlage, die die Wärme der Abluft speichert und die Frischluft mit der gespeicherten Wärme wieder temperiert. Bei diesem Verfahren gehen nur 2 Prozent der Raumwärme verloren.

Es sollte eine gute und gesunde Kita entstehen, die Reizüberflutung eingedämmt werden, sagt Glückstein. „Entstanden ist ein harmonisches Gesamtbild aus Farben und Gestaltung“, freut sie sich. Die Kinder reagierten positiv darauf, meint die Kita-Leiterin. Schließlich stand ihr Wohl bei der Umgestaltung an erster Stelle. Mit dem Einbau von Akustikdecken in den Räumen ist es insgesamt ruhiger geworden. Der Lärmpegel in einer herkömmlichen Kindertagesstätte beträgt etwa 80 Dezibel – eine Lärmbelästigung, die das Spiel der Kinder stört und ihre kreative Entfaltung erheblich einschränkt. Der Lärmschutz sei nicht nur pädagogisch wichtig für eine freie Entwicklung der Kinder, sondern eine gute Investition in die Arbeitsgesundheit der Mitarbeitenden, betont Silke Glückstein.

Bald Gemüse aus eigenem Anbau

Bei der Gestaltung des Außenbereiches waren schließlich sowohl Kinder und Eltern, als auch einer der vielen Kita-Kooperationspartner „Grün macht Schule“ in Zusammenarbeit mit einer Landschaftsarchitektin beteiligt. Für die Realisierung haben Eltern in Eigenregie Gelder akquiriert. Der Garten habe sich zu einem grünen Lebensraum entwickelt, der den Kindern viele Ecken und Nischen biete, sagt Glückstein. Ab dem kommenden Frühjahr erlebt das Gartenprojekt eine besondere Fortsetzung: Die Kita wird einen 40 m² großen Acker in der Gartenarbeitsschule zur Produktion von Obst und Gemüse aus eigenem Anbau bewirtschaften.

Die sehr gute Zusammenarbeit mit den Eltern zeigt sich außerdem in dem 18-seitigen Kinderschutzkonzept, das von Kita-Team, Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinde und den Eltern gemeinsam verfasst wurde.

„Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt und die Verbundenheit aller Beteiligten erhöht“, ist das Fazit von Silke Glückstein.

ub

 

Letzte Änderung am: 05.03.2018