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Erinnerungskultur im Kirchenkreis Steglitz

Foto: Jakob Rohrmann

RSSPrint

Aktuelles aus der Erinnerungskultur

September 2017

Stolpersteinspaziergang

Im Rahmen des Aktionstages "Gemeinsame Sache"
Berlin: Steglitzer Spiegelwand

Stolpersteinspaziergang

Im Rahmen des Aktionstages "Gemeinsame Sache".
Berlin: Johannesgemeinde

Simon Wiesenthal: Die Sonnenblume (2015)

Buchvorstellung und Gespräch am "Langen Tag der Freiheit"
Berlin: Haus der Wannsee-Konferenz

 

 

Übergabe von 10 Stolpersteinen an die Öffentlichkeit

Gunter Demnig verlegt am Donnerstag, den 7. September 2017 ab 14.45 Uhr 10 Stolpersteine in der Steglitzer Düppelstraße, Hausnummern 39a und 32.

Die erste Verlegung für Walter Merory findet vor der Hausnummer 39a im Beisein einer Angehörigen statt (Ecke Hermann-Ehlers-Platz). Weitere neun Steine werden vor der Hausnummer 32 für Angehörige der Familien Lewin, Ruhl und Friede verlegt.

Gegen 15.30 Uhr findet eine Gedenkfeier mit Information und Gesprächen in den Räumen der Rosenkranz-Basilika, Kieler Straße 12, 12163 Berlin statt.

DIE 10 STOLPERSTEINE SIND FÜR:

JG. 1885
DEPORTIERT 17.11.1941
KOWNO FORT IX
ERMORDET 25.11.1941

Ludwig Friede kam am 17. März 1885 in Bayreuth als zweites Kind  des Metzgermeisters Otto Friede und seiner Frau Berta, geborene Altgenug, zur Welt. Er hatte zumindest noch 4 Geschwister.

Er wurde Kaufmann und betrieb 1920 in Neukölln in der Bergstraße 161 (heute Karl-Marx-Allee) ein Galanterie-, Spiel- und Lederwarengeschäft, privat wohnte er in Steglitz, Schönhauserstraße 23 III. Ob er verheiratet war, konnte nicht ermittelt werden. 1930 wohnte in der Schönhauserstraße 23 III die Rentiere Berta Friede, seine Mutter. Ab 1933 wird das Geschäft in Neukölln im Berliner Adressbuch nicht mehr aufgeführt. 1939 wohnte Ludwig Friede alleine in der Düppelstraße 32 III, von dort wurde er am 17. November 1941 zunächst zur Sammelstelle gebracht und dann mit den anderen Verhafteten zum Vorortbahnhof Berlin-Grunewald geführt.

Es handelte sich um eine der ersten Deportationen, die von den Behörden als „6. Osttransport” registriert wurde. Für den Zug war als Ziel zunächst Riga angegeben, eigentliches Fahrtziel war aber das Ghetto Kowno (Kaunas) im heutigen Litauen. Hier kam der Transport am 25. November 1941 an. Der Zug brachte 1006 Berliner Juden nach Kowno. Sie  wurden alle am 25. November 1941 im Fort IX von Kowno ermordet.

Kowno war wegen Auseinandersetzungen Heinrich Himmlers mit den Behörden in Lodz/Litzmannstadt ein Ausweichort. Während die Transporte nach Riga und Minsk längerfristig vorbereitet wurden, nahmen sie Kowno kurzfristig unter die Ziele der Sonderzüge auf. Die im November 1941 aus dem Reichsgebiet eingetroffenen Juden wurden auf dem Bahnhofgelände von Kowno durch litauische „Partisanen“ und Reste des Polizeibataillons 11 aus den Zügen geholt. Die angekommenen Juden wurden nicht in das Ghetto gebracht, sondern liefen entlang der Straße durch das geteilte Ghetto zum Fort IX der historischen Stadtbefestigung, wo sie erschossen wurden.

Am 25. November 1941 wurde Ludwig Friede dort ermordet. Seine Mutter wurde aus dem Altersheim in Köpenick, Mahlsdorferstraße 94 am 24. August 1942 nach Theresienstadt deportiert, sie starb am 12. September 1942.

21.6.2016

JG. 1915
DEPORTIERT 12.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Heinz Harry Ruhl kam am 3. Mai 1915 in Berlin als Sohn des nichtjüdischen Kaufmanns Reinhard Ruhl und seiner jüdischen Frau Hajna Aurora, geborene Montag, auf die Welt. 1926 starb seine Mutter. Er absolvierte eine Lehre  als Buchdrucker, fand aber nach deren Abschluss wegen der Weltwirtschaftskrise keine Stelle. Wie sein Vater verdiente er seinen Unterhalt mit Textilhandel. Bei der Musterung 1935 wurde er wegen seiner jüdischen Mutter als wehrunwürdig bezeichnet.  Er  heiratete am  5. März 1938 die am 12. Oktober 1917 in Berlin geborene Verkäuferin Lieselotte Fanni Wollenberg und   wohnte in Steglitz in der Düppelstraße 32, wo die Tochter Zilla am 20. August 1938 zur Welt kam.

Die Wohnungseinrichtung hatte die zweite Frau seines Vaters besorgt. Harry Ruhl arbeitete als Buchdrucker bis September 1938 und von da an bis Februar 1939 als Maschinenmeister in der Druckerei Max Lichtwitz, Neue Grünstraße 30. Da dieser Betrieb im Frühjahr 1939 auf behördliche Anweisung geschlossen wurde, verlor er diese Arbeitsstelle. Vom 14. Juli 1939 an fand er eine Beschäftigung als Drucker bei der Firma Pass und Garleb, Bülowstraße 66, die aber am 21. September 1939 endet. Am 15. März 1940 wurde der Sohn Denny geboren. Die Familie musste 1941 aus der Düppelstraße 32 ausziehen und in die Krausnickstraße 18 in eine 3-Zimmer-Kellerwohnung ziehen. Ein Zimmer davon wurde untervermietet an Emil, Edith und Elke Leven.

Harry Ruhl leistete Zwangsarbeit, 1942  bei der Firma Valentin Röhren und Eisen GmbH  in der Großbeerenstraße 71 als einfacher Lagerarbeiter für einen Wochenlohn von 43 Mark. Im Dezember 1942 wurde die vierköpfige Familie eines Nachts aus der Wohnung abgeführt und in das Sammellager Große Hamburger Straße 26 gebracht. Sein Vater Reinhard Ruhl  versuchte vergeblich bei der Gestapo die Freilassung der Familie zu erreichen.  Am 13. Dezember 1942 wurde für jeden der vier Familienmitglieder die Vermögenserklärung ausgefüllt. Als Religionszugehörigkeit gab Harry Ruhl an: mosaisch, seit 1939.

Die Zustellung der Vermögensbeschlagnahme erfolgte  in der Sammelstelle Große Hamburger Straße. Kurz vor der Deportation konnte Harry seinem Vater noch eine Karte schreiben. Am 12. Januar 1943 wurden Harry, Lieselotte, Zilla und Denny Ruhl nach Auschwitz deportiert. Der Transport kam dort am 13. Januar 1943 an, nach der Selektion wurden 127 Männer in das Lager eingewiesen, die übrigen Personen wurden in die Gaskammer getrieben. Zu diesen gehörten Lieselotte, Zilla und Denny Ruhl. Ob und wie lange Harry Ruhl noch überlebte, ist unbekannt. Ruth Lynn Nadelman widmete Harry Ruhl eine Page of Testimony bei Yad Vashem.

4.1.2017

JG. 1938
DEPORTIERT 12.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Zilla Ruhl kam am 20. August 1938 in Berlin als Tochter des Buchdruckers Harry Ruhl und seiner Frau Lieselotte, geborene Wollenberg, zur Welt. Die Familie wohnte in Steglitz, Düppelstraße 32. Ihr Bruder Denny wurde am 15. März 1940 geboren. 1941 musste die Familie in eine 3-Zimmer-Kellerwohnung in der Krausnickstraße 18 ziehen, wobei 1 Zimmer untervermietet wurde. Eines Nachts, im Dezember 1942, wurde die Familie verhaftet und in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße gebracht. Harrys Vater Reinhard versuchte vergeblich die Freilassung der Familie zu erreichen.

Am 12. Januar 1943 wurde Zilla mit ihren Eltern und ihrem Bruder Denny von der Sammelstelle Auguststraße 17 nach Auschwitz deportiert, wo sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder sofort in die Gaskammer getrieben wurde.

4.1.2017

JG. 1940
DEPORTIERT 12.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Denny Ruhl kam am 15. März 1940 in Berlin als Sohn des Buchdruckers Harry Ruhl und seiner Frau Lieselotte, geborene Wollenberg, zur Welt.  Seine ältere Schwester war Zilla. Die Familie wohnte in Steglitz, Düppelstraße 32. 1941 musste die Familie in eine 3-Zimmer-Kellerwohnung in die  Krausnickstraße 18 ziehen, wobei 1 Zimmer untervermietet wurde. Eines Nachts, im Dezember 1942, wurde die Familie verhaftet und in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße gebracht. Harrys Vater Reinhard versuchte vergeblich die Freilassung der Familie zu erreichen.

Am 12. Januar 1943 wurde Denny  mit seinen  Eltern und seiner Schwester Zilla von der Sammelstelle Auguststraße 17  nach Auschwitz deportiert wo er mit seiner Mutter und  seiner Schwester  sofort in die Gaskammer getrieben wurde.

4.1.2017

GEB. HIRSCHFELD
JG. 1910
DEPORTIERT 2.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Agathe Hirschfeld kam am 27. August 1910 in Berlin-Charlottenburg als Tochter von Helene Hirschfeld, geborene Guttmann, zur Welt. Über ihren Lebensweg ist weiter nichts bekannt, erst 1939 wurde sie als Untermieterin bei dem jüdischen Ehepaar Müller in der Badenschen Straße 19 von der Volkszählung 1939 erfasst. In der Folgezeit heiratete sie den am 5. Oktober 1909 in Berlin geborenen Heinz Lewin. Dieser hatte 1939 noch mit seinen beiden Schwestern Gertrud (2. August 1906) und Gerda (29. November 1916) in Neukölln, Elbestraße 37 gewohnt. Ab 20. Dezember 1941 war er Mieter einer 2 ½ Zimmer-Wohnung im 1. OG des Hauses Düppelstraße 32, zusammen mit seinen beiden Schwestern. Seine Frau Agathe lewin lebte auch da.

Am 21. Oktober 1942 füllten Agathe, Heinz, Gertrud und Gerda Lewin die Vermögenserklärungen aus. In ihrer Vermögenserklärung gab Agathe Lewin an, Fabrikarbeiterin bei den Pertrix Werken zu sein und hierfür stündlich 0,48 Mark zu erhalten. Ihre Konfession war mosaisch. Als Familienangehörige gab sie ihren Ehemann Heinz und dessen Schwestern Gertrud und Gerda an; diese würden mit ihr „auswandern“.

Am 26. Oktober 1942 wurde Heinz Lewin mit seinen beiden Schwestern nach Riga deportiert und dort ermordet. Agathe Lewin blieb von der Deportation nach Riga verschont und mietete die Wohnung alleine ab 1. November 1942 bis Ende März 1943. Sie hatte eine Untermieterin: Edith Perez. Am 28. Februar 1943 musste sie erneut die Vermögenserklärung abgeben. Zu dieser Zeit arbeitete sie für den Reichsdeutschen Blindenverband, Abt. Gemeinschaftszivilhilfe S.W. 61, Belle Alliance Straße. Als Vermögen gab sie ein Bankguthaben in Höhe von 256 Mark an und eine Anleihe über 1000 Mark Auslosungsscheine und 1/5 Ablöseschuld. Außer ihrem Ehemann Heinz sei auch ihre Mutter Helene Hirschfeld nach Theresienstadt „ausgewandert“. Am 2. März 1943  wurde Agathe Lewin im Rahmen der Fabrikaktion über die Sammelstelle Große Hamburger Straße nach Auschwitz deportiert. Aus dem Transport, der dort am 4. März 1943 ankam, wurden 200 Frauen ausgesucht, die die Nummern 37296 bis 37495 erhielten und in das Lager eingewiesen wurden. Ob Agathe Lewin zu ihnen gehörte, oder ob sie gleich in die Gaskammer getrieben wurde, ist unbekannt.

Am 30. März 1943 wurde die Wohnungseinrichtung als  Eigentum von Heinz Lewin geschätzt, und am 6. Mai 1943 nochmals als Eigentum von Agathe Lewin. Am 11. Mai 1943 dann wurde das Inventar an den Möbelhändler Krieger, Berlin, Huttenstraße 71, für den Betrag von 2073,60 Mark verkauft, die Wohnung wurde am 18. Mai 1943 geräumt. Vom Hauptplanungsamt wurde der technische Eisenbahnbeamte Wilhelm Jack, der zuvor in der Undinestraße 7 in Lichterfelde gewohnt hatte, eingewiesen. Über die Höhe der Renovierungskosten für die Wohnung wurde ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen der Behörde, dem Verwalter und dem neuen Mieter geführt.

Nach dem Ende des Zweiten Welkrieges erkundigte sich ein Verwandter, Max Lewin, Iranische Straße 2, nach dem Schicksal von Heinz, Gertrud, Gerda und Agathe Lewin.

5.1.2017

Quellen:

BA VZ 39
BA GB
Berliner Adressbuch
Statistik-des-Holocaust
BLHA Rep. 36 A Nr.II 22639


Agathes Eltern: Nach ihrer Aussage war ihre Mutter Helene Hirschberg bereits vor ihr nach Theresienstadt deportiert. Da kommt nur Helene Hirschberg , geborene Guttmann, geboren am 23.7.1864 Berlin, in Frage. Sie hatte 1886 den Kaufmann Leopold Hirschberg geheiratet, der allerdings 1899 bereits verstarb. Also kann er nicht der Vater von Agathe sein.

JG. 1909
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942

Heinz Lewin kam am 5. Oktober 1909 in Rixdorf/Berlin in einer jüdischen Familie zur Welt. Seine Schwestern waren Gertrud, geboren am 2. August 1906 in Rixdorf/Berlin, und Gerda, geboren am 29. November 1916 in Treptow. Über seinen weiteren Lebenslauf konnte nichts in Erfahrung gebracht werden, erst bei der Volkszählung 1939 wird er als Mieter einer Wohnung in Neukölln, Elbestraße 37, aufgeführt, er wohnte dort zusammen mit seinen beiden Schwestern Gertrud und Gerda.

In der Folgezeit heiratete er die am 27. August 1910 in Charlottenburg geborene Agathe Hirschfeld. Seit dem 20. Dezember 1941 wohnte er mit seinen beiden Schwestern und seiner Frau Agathe in einer 2 ½ Zimmerwohnung im 1. Obergeschoss rechts des Hauses Düppelstraße 32 in Steglitz. Bis Oktober 1942 konnten sie da wohnen. Heinz Lewin arbeitete als Hausarbeiter für die Jüdische Kultusvereinigung im Siechenheim in der Iranischen Straße 2. Sein Lohn betrug monatlich 120,00 Mark.

Am 21. Oktober 1942 musste Heinz Lewin die Vermögenserklärung ausfüllen. Er hatte die deutsche Staatsangehörigkeit und war mosaischen Glaubens. Er gab an, dass mit ihm seine Frau Agathe und seine Schwestern Gertrud und Gerda „auswanderten". Sein Vermögen bestand aus 17,50 Mark in bar. Weitere Vermögensgegenstände wurden nicht angegeben. Auch seine Frau Agathe und seine Schwester Gertrud  mussten die Vermögenserklärung ausfüllen.

Am 26. Oktober 1942 wurden Heinz Lewin und seine Schwestern Gertrud und Gerda nach Riga deportiert und dort am 29. Oktober 1942 ermordet. Auf der Transportliste sind nur die Namen von Heinz, Gertrud und Gerda Lewin maschinenschriftlich vermerkt. Handschriftllich ist der Name von Agathe Lewin hinzugefügt. Sie wurde aber nicht mit deportiert. Erst am 2. März 1943 wurde sie im Rahmen der Fabrikaktion nach Auschwitz deportiert und zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Nach dem Ende des Zweiten Welkrieges erkundigte sich ein Verwandter, Max Lewin, Iranische Straße 2, nach dem Schicksal von Heinz, Gertrud, Gerda und Agathe Lewin.

5.1.2017


Quellen:

BA VZ 39
BA GB
Berliner Adressbuch
Statistik-des-Holocaust
BLHA Rep. 36 A Nr.II 22639

In der Wohnung Düppelstraße 32 1.OG rechts, einer 2 1/2 Zimmerwohnung, wohnten vom 1. November 1940 bis zu ihrer Deportation nach Kowno am 17. November 1941, Eva Cohn, geboren am 29. August 1886, vorher Berlinickestraße 10.

Heinz Lewin gibt an, in der Wohnung seit dem 20.12.1941 zu wohnen (Mietvertrag  ab dem 1. Februar 1942), abgeschlossen am 4. Februar 1942, bis zu seiner Deportation am 26. Oktober 1942. Ab 1. November 1942 war Agathe Lewin Mieterin bis zu ihrer Verhaftung am 28. Februar 1943.

Danach zog der nichtjüdische Mieter Wilhelm Jack ein, zuvor wurde die Wohnung umfangreich renoviert, die Kosten wurden aus dem beschlagnahmten Vermögen von Heinz und Agathe Lewin bestritten.

JG. 1906
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942 

Gertrud Lewin kam am 2. August 1906 in Rixdorf/Berlin in einer jüdischen Familie zur Welt. Ihre Geschwister waren Heinz, geboren am 5. Oktober 1909 in Rixdorf und Gerda, geboren am 29. November 1916 in Treptow. Bei der Volkszählung 1939 wohnten die drei Geschwister in Neukölln, Elbestraße 37. Im Berliner Adressbuch erschien unter dieser Anschrift nur im Jahr 1939 eine G. Lewin, Angestellte, vermutlich Gertrud, die älteste der Geschwister.

Ihr Bruder Heinz Lewin heiratete in der Folgezeit Agathe Hirschfeld und zog mit ihr und seinen Schwestern im Dezember 1941 in die Düppelstraße 32; 1. OG in eine 2 ½ Zimmerwohnung. Gertrud Lewin leistete Zwangsarbeit bei einer Firma F. und G. Grandke, einer Bauschlosserei in der Voigtstraße 38. In der Vermögenserklärung vom 21. Oktober 1942 gab sie an, dass sie ledig  sei und mosaischen Glaubens. Ihr Vermögen gab sie mit 5,50 Mark in bar an.

Am 26. Oktober 1942 wurde Gertrud mit ihrem Bruder Heinz und ihrer Schwester Gerd nach Riga deportiert und dort am 29. Oktober 1942 ermordet.

Nach dem Ende des Zweiten Welkrieges erkundigte sich ein Verwandter, Max Lewin, Iranische Straße 2, nach dem Schicksal von Heinz, Gertrud, Gerda und Agathe Lewin.

5.1.2017

Quellen:

BA VZ 39
BA GB
Berliner Adressbuch
Statistik-des-Holocaust
BLHA Rep. 36 A Nr.II 22639

JG. 1916
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942

Gerda Lewin kam am 29. November 1916 in Treptow in einer jüdischen Familie zur Welt. Ihre ältere Schwester war Gertrud, geboren am 2. August 1906, ihr Bruder war Heinz, geboren am 5. Oktober 1909.

1939 lebte Gerda Lewin mit ihrer Schwester Gertrud und ihrem Bruder Heinz in Neukölln, Elbestraße 37. Als ihr Bruder Heinz Agathe Hirschfeld heiratete zogen die Geschwister und Agathe Lewin im Dezember 1941 in die Düppelstraße 32, 1. OG rechts nach Steglitz in eine 2 ½ Zimmerwohnung.

Ob Gerda Lewin Zwangsarbeit leisten musste ist unbekannt, ihre Vermögenserklärung ist nicht überliefert. Am 26. Oktober 1942 wurden Gerda mit ihren Geschwistern Heinz und Gertrud nach Riga deportiert und dort am 29. Oktober 1942 ermordet. Ihre Schwägerin Agathe Lewin wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Nach dem Ende des Zweiten Welkrieges erkundigte sich ein Verwandter, Max Lewin, Iranische Straße 2, nach dem Schicksal von Heinz, Gertrud, Gerda und Agathe Lewin.

5.1. 2017

Quellen:

BA VZ 39
BA GB
Berliner Adressbuch
Statistik-des-Holocaust
BLHA Rep. 36 A Nr.II 22639

JG. 1899
VERHAFTET
SACHSENHAUSEN
DEPORTIERT 19.11.1940
NEUENGAMME, DACHAU
„VERLEGT“ 18.5.1942
HARTHEIM
ERMORDET 18.5.1942

Walter Siegbert Merory kam am 3. Juli 1899 in Berlin als Sohn des Buchhalters Isidor Merory und seiner Frau, Amalie Maria, geborene Bogen, zur Welt. Er hatte zwei ältere Brüder: Martin Moritz (25. März 1894) und Hubert Siegfried (31. Januar 1896) und zwei Schwestern: Sophie (8. November 1897) und Rosa (5. Februar 1903). Sein Bruder Hubert starb 1918, sein Bruder Martin Moritz wurde Schauspieler, er selbst  wurde Bäcker.

Er heiratete  am 29. März 1926 in Steglitz die Hausangestellte Maria Magdalena Häring, die Tochter Ingeburg wurde am 28. Februar 1928 geboren. Am 31. Januar 1939 starb seine Frau, Ende der 1920er Jahre starb sein Vater. 1938 wurde sein Bruder Martin Moritz nach Bentschen abgeschoben. 1939 wohnte Walter mit seiner Tochter in der Düppelstraße 39a.

Am 19. November 1940 wurde er verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht, von dort kam er in das KZ Neuengamme und von dort am 30. Mai 1941 bis zum 18. Mai 1942 in das KZ Dachau. Am 18. Mai 1942 wurde er in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet, wahrscheinlich, weil er nicht mehr arbeitsfähig war.

Seine verwitwete Mutter und seine Schwestern Sophie und Rosa wurden gemeinsam aus der Yorkstraße 74 VH I. OG links am 19. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet.  Damals hatten seine Mutter und seine Schwestern die polnische Staatsangehörigkeit.