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Grundlagentraining für gute Gespräche

Austausch mit Tiefe und Echtheit

Pfarrerin Annette Sachse bietet im Team mit Pfarrerin Gabriele Weeke den Einführungskurs "Das helfende Gespräch" an. In neun Treffen lernen und üben die Teilnehmenden, sich aufmerksam und achtsam in Gespräche zu begeben. Eine Fähigkeit, die besonders in der Seelsorge benötigt wird. Daher wird es besonders begrüßt, wenn Teilnehmende sich im Anschluss an die Schulung ehrenamtlich im Besuchsdienst engagieren, ob in der häuslichen Umgebung, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Hier beantwortet Annette Sachse einige Fragen zum Kurs.

Liebe Frau Sachse, im September startet wieder die Fortbildung für Menschen, die sich anderen im Gespräch zuwenden möchten. Was für Leute interessieren sich für den Kurs?

Oft hören wir, dass der Titel des Kurses "Das helfende Gespräch" die Menschen angesprochen hätte. Denn geredet wird ja viel - Gespräche aber, die Menschen helfen, das Gemeinte hinter dem Gesagten zu verstehen und wahrhaftiger aufeinander einzugehen, sind kostbar geworden. Viele tragen eine Sehnsucht in sich nach einem Austausch mit Tiefe und Echtheit. Sie halten es für wünschenswert oder haben selbst erlebt, wie tragend solch eine Erfahrung sein kann. Also möchten sie dem Bedürfnis, andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden, nachgehen und das auch in herausfordernden Lebenslagen. Der Kurs bietet ein wichtiges Grundlagentraining, um darin sicherer zu werden. Viele Kursteilnehmende haben zudem schon einiges an Lebens- und Berufserfahrung gesammelt und können dies bereichernd in den Kurs einbringen. Nicht wenige der Teilnehmenden denken darüber nach, sich nach der Kurserfahrung selbst ehrenamtlich zu engagieren.

Für welche ehrenamtlichen Felder bildet der Kurs denn aus?

Wir möchten mit unserem Kurs die Besuchsdienste in unserem Steglitzer Kirchenkreis stärken. Fast jede Kirchengemeinde hat einen Besuchsdienstkreis, um ältere, kranke und bedürftige Menschen zu begleiten, aber auch um zu Geburtstagen und anderen freudigen Ereignissen zu gratulieren, oder um neu zugezogene Menschen zu begrüßen. Bei diesen Begegnungen ist es wichtig, dass die Besuchenden ein offenes Ohr haben. Sie sollten zudem die rechten Worte und Gesten finden, um angemessen zu agieren. Diese Besuchsdienstkreise brauchen immer wieder Zuwachs und Nachwuchs. Andere Einsatzfelder wären der ehrenamtliche Besuchsdienst in den Krankenhäusern oder Altenheimen unseres Kirchenkreises. Auch da werden engagierte Leute gebraucht, um die hauptamtlichen Seelsorger:innen zu unterstützen.

Kann man den Kurs eigentlich nur besuchen, wenn man sich hinterher auch ehrenamtlich engagiert?

Niemand muss mit der Anmeldung eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Wir sind der Meinung, dass den Teilnehmenden erst im Kursverlauf deutlich werden kann, ob ein ehrenamtliches Engagement im Besuchsdienst das Richtige für sie ist oder nicht. Denn diese Arbeit ist zu persönlich und kostbar und braucht eine tragende Überzeugung und Motivation. Diese kann erst mit einem Einblick in die Voraussetzungen dafür wachsen. Wenn dann am Ende Einzelne sagen, wir fühlen uns jetzt sicherer und möchten loslegen, freuen wir uns und beraten und vermitteln. Wenn andere aber eher davon Abstand nehmen oder noch Bedenkzeit brauchen, ist das auch völlig in Ordnung. Wir bieten diese Kurse ja an, weil wir darauf setzen, dass ein Teil der Absolvent:innen den Besuchsdienst im Kirchenkreis stärken wird. Und die, die nicht gleich einsteigen, haben hoffentlich persönlich gewonnen. Auch das wäre ein schönes Ergebnis.

Können Sie drei Eigenschaften nennen, die jemand für dieses Ehrenamt unbedingt mitbringen muss?

Interesse an zwischenmenschlichen Begegnungen, Offenheit und die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.

Was spricht noch dafür, sich auf dieses Feld einzulassen? Was bringt der Besuchsdienst?

Das große Feld der menschlichen Begegnungen garantiert allen, die sich da hineinwagen, dass es gewiss nie langweilig wird. Überdies können die Überzeugungen des christlichen Glaubens wie „Einer trage des anderen Last“ oder „Jesus Christus spricht: Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht.“ unmittelbar einleuchten und große Sinngeber für diese wichtige Arbeit sein. Vielleicht ist es auch ganz elementar nachvollziehbar: Wer selbst schon einmal erlebt hat, dass die Begegnung mit einem Menschen tröstlich, stärkend, erleichternd oder weiterführend war, möchte vielleicht selbst anderen Ähnliches ermöglichen.

Die Themen des Kurses sind ja bekannt, was aber passiert normalerweise mit so einer Gruppe über den Zeitraum von mehreren Monaten? Können Sie etwas dazu sagen?

Die Themen, die wir behandeln, ermöglichen einen intensiven, erfahrungsbezogenen Austausch. Wir sind immer sehr davon angetan, wenn diese gestandenen Kursteilnehmenden ihre eigene Lebens- und Glaubenserfahrung zu unseren Theorie-Inputs einbringen. Dazu gehört auch, dass offene Fragen, Zweifel, auch noch nicht zu Ende Gedachtes ausgesprochen werden dürfen. Dieses gemeinsame Suchen und Nachdenken, macht die Abende sehr intensiv. Natürlich erwartet niemand, dass aus einer Kursgruppe ein Freundeskreis wird. Doch oft erleben wir, dass die Teilnehmenden den Austausch untereinander zunehmend schätzen und vertrauensvoll wahrnehmen. Es ist eine wertvolle Wegstrecke, die wir auf Zeit miteinander gehen. Das empfinden auch wir Seelsorgerinnen in der Kursleitung so.

Gibt es anschließend noch mehr Weiterbildungen?

Nach dem Kursabschluss bekommen alle, die es möchten, Einladungen zu unseren Aufbaukursmodulen, von denen wir pro Jahr vier bis fünf anbieten. Aber das ist schon der nächste Schritt. Jetzt hoffe ich, dass wir Lust und Interesse bei einigen der Lesenden wecken konnten, um sich für unseren Einführungskurs im September anzumelden. Wir freuen uns auf Sie!

Sie können sich hier direkt für den Besuchsdienstkurs vormerken lassen, indem Sie die Formularfelder ausfüllen

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Letzte Änderung am: 07.06.2022