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Fotos: KKSteglitz/Ulrike Bott

Kreissynode Steglitz zur Arbeit mit Kindern, Konfirmanden und Jugendlichen

8. Mai 2018: Dicht gefüllt mit guten Beiträgen und Diskussionen zum Thema war die Frühjahrstagung der Steglitzer Kreissynode am 4. und 5. Mai in der Ev. Patmos-Kirchengemeinde. Erstes Highlight war der Auftaktgottesdienst, vorbereitet von Mitarbeitenden in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Eine große Zahl junger Menschen war dabei und bereicherte den Gottesdienst mit Musik, Aktion und Wort.

Bessere Vernetzung, mehr Jugendreisen, gute Fachleute, Qualifizierung von Ehrenamtlichen, regelmäßige Werkstatttage zum Konfirmandenunterricht - so lauteten einige der Forderungen, die am Ende der Tagung von den Kreissynodalen im Austausch mit Mitarbeitenden der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen formuliert wurden.

Begonnen hatte aber alles mit einem wahrhaft bewegenden Gottesdienst: Statt einer Predigt wurden die Mitfeiernden nach vorn gebeten. Sie sollten auf Fragen antworten, indem sie bei „Ja“ auf die Bühne stiegen. „Wer ist gebürtig aus Berlin?“ war da noch eine der harmloseren. Bei „Wer wurde schon mal gemobbt?“, „Wer hat selbst schon einmal gemobbt?“ und „Wer hat Gott schon einmal die Freundschaft aufgekündigt?“ ging es mehr ans Eingemachte. Trotzdem stellte sich die Gottesdienst-Gemeinde im Alter von 10 bis 80 Jahren mutig den Fragen und versammelte sich vollständig bei der letzten: „Wer schätzt diese Vielfalt unter uns?“. Das anschließend von einem jugendlichen Projektchor vorgetragene „We are the World“ brachte das starke Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck.

Querschnittsvisitation mit Folgen

Am späteren Abend begann die inhaltliche Arbeit. Das Thema der Synode war Teil einer Entwicklung, die 2016 begann. Damals wurde eine umfassende Querschnittsvisitation der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den vierzehn Steglitzer Kirchengemeinden durchgeführt. Außerdem wird die Arbeitsstelle für die Beratung der Arbeit mit Jugendlichen im Kirchenkreis Steglitz im Lauf dieses Jahres neu besetzt. Ein weiterer Grund, die Zielsetzung des Arbeitsbereiches zu überprüfen. Superintendent Thomas Seibt nannte in seinem Zwischenbericht vier Themenfelder, die eine Strukturgruppe dazu erarbeitet hatte: die kreative und geistliche Dimension der Arbeit mit Jugendlichen, die Vernetzung und Qualifizierung der Hauptamtlichen, die Arbeit mit Konfirmanden und die kirchliche Jugendarbeit in Bezug auf den Stadtbezirk.

Kinder im Blickpunkt

Zwei Impulsreferate standen am Beginn des zweiten Tages der Synodaltagung. Elisabeth Schaller, Pfarrerin und zuständig für die kreiskirchliche Beratung in der Arbeit mit Kindern, stellte eine Erhebung zum Thema vor. Sie wies unter anderem darauf hin, dass eine sehr große Vielfalt an Angeboten die Öffentlichkeitsarbeit für diese erschwere. Unter dem Titel „Kinder im Blickpunkt“ seien 2013 daher Leitsätze für die Arbeit mit Kindern entwickelt worden. Diese hätten in der Fürkinderkiste mit dem Kindermonster FÜRK eine für Kinder verständliche Weiterentwicklung gefunden. Wie wichtig die Arbeit mit Kindern sei, zeige sich daran, dass sich 70 Prozent der Teilnehmenden an kirchlichen Angeboten im Kindes- und Jugendalter später ehrenamtlich in der Kirche engagierten, sagte sie.

Jugendliche beteiligen

Jeremias Treu, ebenfalls Pfarrer und Studienleiter für die Konfirmandenarbeit im Amt für kirchliche Dienste der Landeskirche (AKD) sagte in seinem Impuls, dass es kaum eine Bevölkerungsgruppe gäbe, die regelmäßig so gründlich untersucht werde, wie die Jugendlichen. Einen roten Faden könne er dafür in allen Studien erkennen: Wo Jugendlichen Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet würden, wo sie ihre Ideen einbringen, ausprobieren und an den Erfahrungen wachsen könnten, würde man sie einfach nicht mehr „los“. Es wäre die beste Weise, sie bei ihrer Verselbständigung und Selbstfindung zu unterstützen (und sie letztlich auch für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen).

Drei persönliche Impulse von Mitarbeitenden der Querschnittsvisitation ergänzten die Fachbeiträge. Pfarrerin Viola Türk unterstrich drei zentrale Punkte in der Arbeit mit Kindern, nämlich die religiöse Bildung, die Förderung breit gefächerter Fertigkeiten und die Seelsorge.
Frauke Paschko würdigte die konzeptionelle Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sie betonte, dass es einen regelmäßigen Austausch zwischen Teams in der Konfirmandenarbeit geben sollte. Die häufig in großen Zahlen agierenden Teamer (ehemalige Konfis, die den Unterricht unterstützen) sollten mit einem eigenen Konzept bedacht werden.
Peter Behrendt rief in seinem Impuls dazu auf, mehr Theaterarbeit, neue Gottesdienstformen und Reisen anzubieten. Jugendliche selbst berichteten von den positiven Erfahrungen und Kenntnissen, die sie in der Jugendarbeit gewonnen hätten.

Am Samstagmittag schloss Superintendent Thomas Seibt die von einer positiven Aufbruchstimmung geprägte Synode mit den Worten: "Lasst uns diese Impulse nutzen, um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden unseres Kirchenkreises weiter voranzubringen.“

Ulrike Bott

 

Letzte Änderung am: 11.05.2018