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Stolpersteine in Steglitz und Lichterfelde

Pressemitteilung vom 17. April 2014

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In der Albrechtstraße 38 soll ein Stein für Rosalie Herbst (Jg. 1868) die dort im letzten Jahr bereits verlegten Steine ergänzen. Sie wohnte bis Ende der 1930er Jahre wahrscheinlich in Lichterfelde, musste dann aber in die Albrechtstraße zur Familie Blumenthal ziehen, für die sie vorher bereits tätig war. 1942 wurde Rosalie Herbst nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 verstarb. Eine Angehörige der Blumenthals, die Rosalie Herbst noch aus Erzählungen kennt, wird für diese Verlegung aus Israel anreisen.

Am Stadtpark 3 wird ein Stein für Ida Singer (Jg. 1882) verlegt, die vor der drohenden Deportation 1943 ihren einzigen selbstbestimmten Ausweg im Suizid fand.

In der Teltowkanalstraße 5 erinnert die Stolperstein-AG der Markus-Gemeinde an Elsa Wöllner (Jg. 1877), die zunächst durch ihren nichtjüdischen Mann vor der Deportation geschützt war, nach dessen Tod jedoch 1944 nach Theresienstadt verschleppt wurde. Ihr gelang es, mehr als ein Jahr bis zur Befreiung des Theresienstädter Lagers zu überleben.

Anders erging es Frida Will (Jg. 1890) und ihrer MutterHenriette (Jg. 1863) aus dem Amfortasweg 17. Sie wurden 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet. Mitarbeiterinnen der katholischen Rosenkranz-Kindertagesstätte übernehmen die Patenschaft für einen der Steine. Die zweite Patenschaft übernehmen die Eltern der altershomogenen Gruppe der 5- bis 6-Jährigen derselben Kita. Dafür sind wir dankbar.

In Lichterfelde möchte ein Bewohner des Rotherstifts an das Schicksal einer früheren Bewohnerin mit der Patenschaft für einen Stein erinnern. Betty Kierski (Jg. 1863) wohnte im Stift in der Kommandantenstr. 9, das 1898 als „Versorgungsinstitut für hilfsbedürftige, in vorgerücktem Alter befindliche, unverheiratete Töchter verstorbener Staatsdiener“ gegründet worden war. Betty Kierski wurde 1939 gezwungen, das Stift zu verlassen und nach Charlottenburg zu ziehen. 1942 nahm sie sich das Leben, keinen Ausweg mehr sehend.

Zwei Ehepaare aus Lichterfelde übernehmen die Patenschaft für die beiden Steine, die an den Chemiker Dr. Albert Friedländer (Jg. 1869) und seine Tochter Jula (Jg. 1906) erinnern. Seine demütigende Entrechtung hat das Jüdische Museum bereits dokumentiert. Vater und Tochter lebten vor Ihrer Deportation in der Finckensteinallee 90

Wir danken allen, die eine finanzielle Patenschaft oder eine Pflegepatenschaft für einen oder mehrere Steine übernehmen. Sollten auch Sie einen Stein finanzieren oder in regelmäßig en größeren Abständen einen Stein pflegen  können, freuen wir uns über Ihre Nachricht.



Pfarrerin Dr. Katrin Rudolph für das Netzwerk Erinnerungskultur

Letzte Änderung am: 22.08.2018