www.kirchenkreis-steglitz.de: Newsmeldungen https://www.kirchenkreis-steglitz.de/ Newsmeldungen de www.kirchenkreis-steglitz.de: Newsmeldungen https://www.kirchenkreis-steglitz.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.kirchenkreis-steglitz.de/ 18 16 Newsmeldungen http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 07 Sep 2020 16:53:09 +0200 Protest und Menschlichkeit - Die Widerstandsgruppe »Onkel Emil« https://www.kirchenkreis-steglitz.de//news-detail/nachricht/protest-und-menschlichkeit-die-widerstandsgruppe-onkel-emil.html Wolfgang Benz war bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und ist anerkannter Vertreter der Vorurteilsforschung. Am Mittwoch, den 23. September 2020 um 19.30 Uhr liest er in der Johannes-Kirche Lichterfelde (Johanneskirchplatz 4, 12205 Berlin) aus seinem Buch über die Widerstandsgruppe »Onkel Emil im Nationalsozialismus«.

1938 beschlossen die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich und der Dirigent Leo Borchard, gemeinsam mit Gleichgesinnten Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten. Ihre geheime »Clique« existierte in Berlin bis zu Borchards Tod 1945 und wurde später unter dem Namen »Onkel Emil« bekannt. Die Gruppe versorgte politisch Verfolgte und insbesondere untergetauchte Juden mit Lebensmitteln, Quartier und Papieren.

Der Historiker Wolfgang Benz beschreibt vor dem Hintergrund der Judenverfolgung im »Dritten Reich«, welche Möglichkeiten es gab, Verfolgten und Bedrohten zu helfen. Vor allem aber erzählt er die bewegende Geschichte einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich unter Lebensgefahr für andere einsetzte.

"Wir können den Hitler nicht leiden"
Rezension über "Protest und Menschlichkeit" von Benedikt Herber auf ZEIT ONLINE

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Meldungen Mon, 07 Sep 2020 16:53:09 +0200
Gemeinsam. Stark. An deiner Seite https://www.kirchenkreis-steglitz.de//was-wir-tun/diakonie/monat-der-diakonie.html Meldungen Seelsorge Thu, 03 Sep 2020 17:28:20 +0200 Ihr habt die Wahl http://https://petrus-giesensdorf.de/glauben-leben/spirituelle-angebote/oekumenische-bibeltage.html Meldungen Fri, 21 Aug 2020 19:58:18 +0200 Zwei Kirchen, reich an Tradition und quicklebendig http://t3://file?uid=132259 Meldungen Stellenanzeigen Thu, 20 Aug 2020 12:55:35 +0200 Kita Südende sucht pädagogische Fachkraft/Erzieherin (w/m/d) http://t3://file?uid=129745 Meldungen Mon, 20 Jul 2020 18:00:00 +0200 Marktplatz Markus https://www.kirchenkreis-steglitz.de//news-detail/nachricht/marktplatz-markus.html Der berühmte Martins-Basar der Markus-Kirchengemeinde findet in diesem Jahr als Marktplatz Markus statt: Seit Anfang Juli werden gebrauchte Schätze und Kostbarkeiten am Dienstag, Donnerstag und am 1. Samstag eines Monats jeweils von 15 bis 17 Uhr im Gemeindesaal gegen kleines Geld abgegeben (Albrechtstraße 81 A, 12167 Berlin).
Dazu gehören: Damen-, Herren- und Kinderbekleidung, Schuhe, Spielzeug, Glas, Porzellan, Keramik, Textilien, Wäsche, CDs, Schallplatten, Bücher, Elektroartikel, Trödel und mehr. Die Geldspenden kommen der sozial-diakonischen Arbeit der Markus-Gemeinde zugute. Einfach vorbeikommen und nachschauen, ob sich etwas passendes findet.

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Meldungen Wed, 15 Jul 2020 12:35:00 +0200
Notbetreuung in evangelischen Kindertageseinrichtungen https://www.kirchenkreis-steglitz.de//news-detail/nachricht/notbetreuung-in-evangelischen-kindertageseinrichtungen.html Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski besuchte am Freitag, den 5. Juni zwei Arbeitsbereiche der Matthäus-Kirchengemeinde, die in der Corona-Zeit mit deutlichen Mehrbelastungen umgehen müssen: die Kindertagesstätte und die Ausgabestelle von LAIB und SEELE. Sie informierte sich über den aktuellen Stand und bedankte sich für den Einsatz der Haupt- und Ehrenamtlichen.
In der Kita Oberlin führte Leiterin Silke Glückstein die Bezirksbürgermeisterin durch das Gebäude und berichtete von der Situation der Notbetreuung. Im Anschluss traf Cerstin Richter-Kotowski das LAIB und SEELE-Team der Gemeinde, das mit großem Engagement die Lebensmittelausgabe für Bedürftige per Hauslieferung weitergeführt hat. Leiter Lutz Thies stellte die derzeitige Situation vor und lud die Bezirksbürgermeisterin zu einem weiteren Besuch ein.

Notbetreuung in evangelischen Kindertageseinrichtungen

Aktuelle Situation im Kirchenkreis Steglitz
von Anna Bökenkamp, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen

Im Ev. Kirchenkreis Steglitz gibt es 15 Kindertagesstätten und eine Eltern-Kind-Gruppe in Trägerschaft der Kirchengemeinden. Zwei Einrichtungen sind in der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Steglitz und Teltow-Zehlendorf. In diesen 18 Einrichtungen wird zurzeit für 1.229 Kinder der Anspruch auf Bildung, Betreuung und Erziehung verwirklicht. Ab dem 17. März wurde die Notbetreuung in vielen Kitas unseres Kirchenkreises für Kinder angeboten, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Aktuell setzen die Leitungsteams der Kitas alle vorhandenen Ressourcen ein, um möglichst vielen Kindern Bildungsangebote unterbreiten zu können.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßgaben des Senats haben viele Arbeitsbeziehungen in den Kita-Systemen auf den Prüfstein gestellt. Einige Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern und Kita-Mitarbeitenden haben zugenommen, andere haben Risse bekommen. Auf der einen Seite bringen unterschied-liche Notlagen der Eltern verschiedene Bedarfe hervor. Andererseits können die Kitas nur mit sehr unterschiedlichen Ressourcen auf die Bedarfe der Eltern eingehen, denn der Fachkräftemangel hat sich durch die Gesundheitschutz- und besondere Hygienemaßnahmen verschärft.

Stützend fungiert in dieser Situation der Träger, der die Kommunikation mit den Eltern durch die Corona-Krise intensiviert hat. Die Zusammenarbeit und der Austausch im Arbeitskreis der Leitungen in unserem Kirchenkreis ist ein weiterer Rückhalt. Durch vorerst wöchentliche Video-Konferenzen der Leitungen konnten missverständliche Träger-schreiben und die Flut an Informationen sortiert und geklärt werden. Auch war zwischen-zeitlich der Zusammenhalt in den Teams gefährdet. Zeitgleich hat aber auch die Achtsamkeit in den Teams zugenommen. Insgesamt sind die Arbeitsbeziehungen zwischen Träger und Eltern, Eltern und Leitungen und Mitarbeitenden und Eltern gewachsen. Auch die Kinder haben in dieser Zeit durch die kleinen Gruppengrößen profitiert, da die Fachkräfte mehr Zeit hatten, auf die Bedarfe der Kinder einzugehen.

In vielen Kitas sind die Elternvertreter zu einer wichtigen Säule für das Leitungsgremium der Kita geworden. Die Solidarität in der Elternschaft und die Kommunikations- und Führungskompetenzen der Leitungsteams haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vorgaben des Senats umgesetzt werden konnten. Die Geschwindigkeit von Beschlüssen vonseiten des Senats, Fachkräftemangel und arbeitsrechtliche Unklarheiten beim Einsatz des Risikopersonals, Hygienepläne und Notbetreuungskonzepte - das alles erforderte eine klare Kommunikationsfähigkeit, stabile Kooperation sowie Kreativität und schnelle Entscheidungen der Leitungsteams.

Anna Bökenkamp
FACHBERATUNG KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
Telefon 030. 83 90 92 81 · Mobil 0159 01 98 65 54
kitaberatung@kirchenkreis-steglitz.de

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Kita Fri, 05 Jun 2020 18:36:00 +0200
Altenpflegeheimseelsorge braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Menschen https://www.kirchenkreis-steglitz.de//was-wir-tun/seelsorge/altenpflegeheimseelsorge.html Diakonie und Seelsorge Meldungen Wed, 03 Jun 2020 12:00:10 +0200 Zuckerfest „light“ https://www.kirchenkreis-steglitz.de//news-detail/nachricht/zuckerfest-light.html Ramadan und Ramazan Bayram

Im Corona-Frühling war von dieser für Muslime wichtigen religiösen Zeit nur wenig zu spüren. Der Fastenmonat gehört zu den fünf Säulen des Islam, und das abschließende Zuckerfest ist so bedeutungsvoll wie unser christliches Weihnachtsfest. Könnten wir uns Weihnachten "in aller Stille" vorstellen? Allerhöchstens vielleicht in dem Lied "Stille Nacht, heilige Nacht".

Viele Musliminnen und Muslime haben in diesem Frühjahr den Fastenmonat Ramadan überwiegend zuhause verbracht. Ohne Arbeit und Schule, aber auch ohne die sonst so beliebten Besuche und Treffen mit Familie und Freunden beim abendlichen Fastenbrechen. Dafür aber mit mehr Zeit und Ruhe für ihr tägliches Fasten. Nicht essen und trinken ist die eine Seite davon, die Beziehung zu Allah stärken, die andere Seite: seine Herrschaft über die Welt erneut erkennen und anerkennen, ihm dankbar sein für seine Barmherzigkeit, sich in Selbstdisziplin üben und sich damit Allahs Größe unterordnen. Das sind nur einige wenige der Geheimnisse, mit denen sich Musliminnen und Muslime im Ramadan auseinandersetzen.

Nach 30 Tagen Fasten steht am Ende dieser intensiven religiösen Zeit das dreitägige Zuckerfest. Es beginnt am frühen Morgen mit einem Festgebet in der Moschee. In diesem Jahr hieß es Abstand halten, sich vorher anmelden, um einen Platz zu bekommen und – nicht zu vergessen – die Gesichtsmaske und den eigenen Gebetsteppich mitbringen!

Das anschließende Festessen in großer Familien- und Freundesrunde mit einem reichlich gedeckten Tisch sah in diesem Jahr z.B. so aus: lecker und überschaubar die Speisen für die Familie – Mutter, Vater und drei Töchter. Großeltern, Onkel, Tanten, Neffen und Nichten, Freunde – sie alle feiern bei sich zuhause.

Die Corona-bedingten Einschränkungen lassen sich bis auf Weiteres nicht ändern. Aber ändern lässt sich die Wahrnehmung der Kultur und Religion unserer Nachbarn: z.B. mit einem Geschenk zum Zuckerfest, der Nachfrage, wie die Fastenzeit im Monat Ramadan gelebt und empfunden wird oder ein Blick in den Interkulturellen Kalender, welche Religionsgemeinschaft das nächste Fest feiert. Es gibt viele Ideen und Möglichkeiten, und die Kreativität wird belohnt durch neue Perspektiven und Beziehungen. Viel Freude beim gegenseitigen Kennenlernen!

CK

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Migration-Integration Wed, 27 May 2020 11:15:14 +0200
Aus tiefsten Tiefen zu höchstem Licht https://www.kirchenkreis-steglitz.de//news-detail/nachricht/aus-tiefsten-tiefen-zu-hoechstem-licht.html Bis zum 30. Juni 2020 ist in der Johannes-Kirche Lichterfelde eine Ausstellung mit Bildern des Bühnenbildners, Regisseurs und Malers Achim Freyer zu sehen (Johanneskirchplatz 4, 12205 Berlin). Die Besichtigung ist Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 16–18 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten möglich.

Bei allem Übel, das mit diesen schweren Zeiten der Krise sich verbindet, gibt es doch auch schöne Momente, die gerade jetzt aufscheinen. Es entstehen Ideen und Aktivitäten, die vor dieser Zeit der Ausnahmesituation nicht entstanden sind. In der Einladung der Johannesgemeinde, in ihrer wunderschönen Kirche Bilder von Achim Freyer zu zeigen, sieht die Achim Freyer Stiftung einen solchen, schönen Moment – und mit großer Freude haben wir zugestimmt und Ja gesagt zu der Idee, die geographische Nachbarschaft zu einer gelebten Nachbarschaft zu machen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Achim Freyer in oder für eine Kirche arbeitet. So erstrahlt der Innenraum der Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin seit 1991 in dem Licht, das die von Freyer neu gestalteten Seitenfenster spenden. 2016 schuf Freyer eine den gesamten Kirchenraum umfassende Installation mit skulpturalen Naturelementen in der Kunststation St. Peter in Köln. Und im Jahr 2018 zeigte er in einer temporären Ausstellung neue Bilder unter dem Titel „Licht aus Farbe“, erneut in der Kirche am Hohenzollernplatz.

Achim Freyer hat keine Berührungsängste, wenn es darum geht, seine Kunst im Zusammenklang mit einem kirchlichen Raum zu zeigen. Nun zählen Berührungsängste mit anderen Sphären zwar eh nicht zum Repertoire dieses vielseitigen Künstlers, aber es kommt hier noch ein tieferes verbindendes Element hinzu. Denn Kunst und christliche Religion folgen in ihrem innersten Kern einer gleichen Sehnsucht. Sie halten den Traum wach von einer anderen Welt. Einer Welt der Freiheit und Gerechtigkeit, einer Welt, in der das uns Bekannte wie das uns Fremde mit dem vorurteilsfreien Blick des Respekts und der Liebe angesehen wird. Eine Welt der Wärme und des Miteinanders, eine Welt des Anhörens und Ansehens des Anderen.

Unter dem Titel „Aus tiefsten Tiefen zum höchsten Licht“ hat Achim Freyer für die Ausstellung in der Johanneskirche in Berlin-Lichterfelde Bilder aus den Jahren 2017–2020 ausgewählt – einige von ihnen sind für diese Ausstellung entstanden.

Große Kunst umkreist immer die Grundkonditionen der menschlichen Existenz, Leben und Tod, Licht und Dunkel, Liebe und Einsamkeit, Hoffnung und Verzweiflung. Achim Freyer lässt mit seinen Bildern in der Johanneskirche alle Klangfarben des menschlichen Lebens anklingen. So reicht die Palette von den tiefen Tönen der Nachtseiten des Daseins wie in „November“, 2019, bis zu den lichten Schwingungen in den leuchtenden Farbflächen von „Impression“, 2019.

Die beiden großformatigen Arbeiten sind aus mehreren Einzeltafeln zusammengesetzt. Sie folgen damit einem Prinzip der künstlerischen Genese des Werkes, die Freyer seit einiger Zeit verfolgt. Der Künstler malt ein Bild über mehrere zusammengelegte Bildtafeln hinweg und reist diese danach wieder auseinander, kombiniert sie in neuer Weise und lässt so immer neue Konstellationen entstehen. Wie eine Metapher unserer gegenwärtigen Gesellschaften, die nicht mehr unisono einem harmonischen Bild, einer Idee, einer Religion folgen, sondern zusammengesetzt sind aus heterogenen Elementen, unterschiedlichen Kulturen, Ideen, Weltvorstellungen, zeichnet dieses Entstehungsprinzip der Bilder gewissermaßen die Risse unserer Gegenwart nach und verbindet sie mit der Hoffnung, dass Neues entsteht, neue Konfigurationen, in denen ehemals Fremdes zueinander findet im mannigfaltigen Bild des Diversen.

Die Ausstellung zeigt aber auch Einzelbilder, wie beispielsweise das kreisrunde „gli anni“, in dem die Zyklen der eigenen Existenz, Jahresringen gleich, in unterschiedlichen Farbigkeiten sich ineinanderfügen. Achim Freyer arbeitet in und mit seiner Malerei immer gegen das Festgefügte, das Enge, das Einengende an. Rasterhafte Strukturen, Liniengefüge, die das Dasein in Grenzen fassen, werden von rigiden Schwüngen der Malerei attackiert. In der Sprache der Malerei offenbart sich ein fundierter Freiheitsdrang, der Fesseln des Begrenzenden, Verengungen des Geistigen zu sprengen sucht.

So entstehen Lichtungen, Areale des Freien, des Unbestimmten, Terrains der Offenheit – so in „Offene Setzung“ 2020. Farbige Flächen, die frei auf der Wandfläche zu schweben beginnen – und mit ihnen die begrenzenden Lineaturen gleich mit – ein System der freien Kräfte, Ausloten des Freiraums.

Den Altarraum der Johanneskirche flankiert Achim Freyer mit zwei Fundstücken aus der Natur, die er bearbeitet hat. Zur Linken sehen wir ein hölzernes Fragment, das anmutet wie die überblendete Silhouette einer individuellen Figur, gezeichnet mit den Lineaturen der Wirklichkeit, den Tätowierungen des Daseins – „Ohne Titel (Einzelner)“, 2017. Zur Rechten überlässt Freyer ebenfalls einem gefundenen hölzernen Objekt die Diktion der Malerei. In „Du sollst Dir kein Bildnis machen“, 2017, setzt ein in der Natur gefundenes Stückchen Holz die Abstraktion eines Kruzifix in Szene und fragt nach der vielgestaltigen Offenheit unserer Vorstellungskraft.

ACHIM FREYER

Achim Freyer zählt seit Jahrzehnten zu den herausragenden Bühnenbildnern und Regisseuren unserer Zeit. An den großen Theatern Europas und an den bedeutenden Opernbühnen der Welt inszeniert er bis heute. Seine Inszenierung des „Oedipe“ von Georges Enescu bei den Salzburger Festspielen 2019 wurde von der New York Times zu den weltweit besten Inszenierungen des Jahres gezählt.

Grundlage des Theaterschaffens von Achim Freyer ist sein bildkünstlerisches Werk. „Was ich entdeckte, habe ich in der Malerei entdeckt.“ Im Windschatten seines Weltruhms als Theatermann ist bis heute weniger bekannt, dass Achim Freyer auch als bildender Künstler ein bedeutendes Werk geschaffen hat, an dessen Weiterentwicklung er weiterhin unablässig arbeitet. Freyer war auf der documenta 6 im Jahr 1977 und der documenta 8, 1987 in Kassel vertreten. Zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland kommen hinzu.

Achim Freyer, 1934 in Berlin geboren, wurde nach seiner künstlerischen Ausbildung 1954 Meisterschüler bei Bertolt Brecht am Berliner Ensemble. Freyer arbeitete mit den bedeutenden Theater-Regisseuren, Stückeschreibern und Komponisten des Landes zusammen und wurde einer der stilbildenden Bühnenbildner des innovativen DDR-Theaters. Aber sein künstlerischer Freiheitsdrang stieß zunehmend an die Grenzen der Zensurmaßnahmen des Staates. 1972 nutzte Achim Freyer ein Gastspiel seines Theaters in Italien zur Flucht in den Westen; und im Nachhinein gelang es ihm auf abenteuerliche Weise auch seine erste Frau, die Bühnenbildnerin und Malerin Ilona Freyer-Denecke, und seine beiden Töchter in die Bundesrepublik zu holen.

Auch im Westen wurde die außergewöhnliche Kraft der Bildsprache Achim Freyers schnell erkannt. Trotz eines Grundgefühls des Exils konnte er seine Karriere nahtlos fortsetzen und führte zunehmend auch selbst Regie. 1976 wurde er als ordentlicher Professor für Bühnenbild an die Universität der Künste in Berlin berufen. Um auf dem Theater noch freier arbeiten zu können, gründete er 1988 das Freyer-Ensemble mit Schauspielern, Tänzern, Akrobaten, Sängern und Musikern. Das Werk des Bühnenbildners, Theater- Opern- und Filmregisseurs, des Malers, Zeichners und Bildhauers Achim Freyer ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Berlin, Dresden, Leipzig und München, sowie der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim.

Der Lebensmittelpunkt dieses weltweit gefeierten Künstlers liegt in Berlin-Lichterfelde. Vor über 40 Jahren hat Achim Freyer hier mit Unterstützung einer Bürgerinitiative eine alte Villa vor dem bereits verordneten Abriss bewahrt. Das 1893 erbaute Haus, das heute unter Denkmalschutz steht, ist seitdem das Zuhause des überall auf der Welt arbeitenden Malers und Regisseurs. Und darüber hinaus seit einigen Jahren einer der außergewöhnlichsten Kunstorte Berlins.

In diesem Haus hat Achim Freyer über drei Etagen den Kunstwerken seiner Sammlung von weit über 2000 Werken Raum gegeben, die er seit Beginn der 1950er Jahre zusammengetragen hat. Diese Sammlung hat Achim Freyer mit der Gründung der ACHIM FREYER STIFTUNG im Jahr 2012 in seinem Wohnhaus, dem KUNSTHAUSES im Kadettenweg 53, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zudem werden in der Galerie des KUNSTHAUSES Wechselausstellungen bedeutender Gegenwartskunst gezeigt.

Weitere Informationen: www.achimfreyer.com

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Migration-Integration Wed, 20 May 2020 13:41:00 +0200