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Zuckerfest „light“

27.05.2020

Ramadan und Ramazan Bayram, auch Zuckerfest genannt

Ramadan und Ramazan Bayram

Im Corona-Frühling war von dieser für Muslime wichtigen religiösen Zeit nur wenig zu spüren. Der Fastenmonat gehört zu den fünf Säulen des Islam, und das abschließende Zuckerfest ist so bedeutungsvoll wie unser christliches Weihnachtsfest. Könnten wir uns Weihnachten "in aller Stille" vorstellen? Allerhöchstens vielleicht in dem Lied "Stille Nacht, heilige Nacht".

Viele Musliminnen und Muslime haben in diesem Frühjahr den Fastenmonat Ramadan überwiegend zuhause verbracht. Ohne Arbeit und Schule, aber auch ohne die sonst so beliebten Besuche und Treffen mit Familie und Freunden beim abendlichen Fastenbrechen. Dafür aber mit mehr Zeit und Ruhe für ihr tägliches Fasten. Nicht essen und trinken ist die eine Seite davon, die Beziehung zu Allah stärken, die andere Seite: seine Herrschaft über die Welt erneut erkennen und anerkennen, ihm dankbar sein für seine Barmherzigkeit, sich in Selbstdisziplin üben und sich damit Allahs Größe unterordnen. Das sind nur einige wenige der Geheimnisse, mit denen sich Musliminnen und Muslime im Ramadan auseinandersetzen.

Nach 30 Tagen Fasten steht am Ende dieser intensiven religiösen Zeit das dreitägige Zuckerfest. Es beginnt am frühen Morgen mit einem Festgebet in der Moschee. In diesem Jahr hieß es Abstand halten, sich vorher anmelden, um einen Platz zu bekommen und – nicht zu vergessen – die Gesichtsmaske und den eigenen Gebetsteppich mitbringen!

Das anschließende Festessen in großer Familien- und Freundesrunde mit einem reichlich gedeckten Tisch sah in diesem Jahr z.B. so aus: lecker und überschaubar die Speisen für die Familie – Mutter, Vater und drei Töchter. Großeltern, Onkel, Tanten, Neffen und Nichten, Freunde – sie alle feiern bei sich zuhause.

Die Corona-bedingten Einschränkungen lassen sich bis auf Weiteres nicht ändern. Aber ändern lässt sich die Wahrnehmung der Kultur und Religion unserer Nachbarn: z.B. mit einem Geschenk zum Zuckerfest, der Nachfrage, wie die Fastenzeit im Monat Ramadan gelebt und empfunden wird oder ein Blick in den Interkulturellen Kalender, welche Religionsgemeinschaft das nächste Fest feiert. Es gibt viele Ideen und Möglichkeiten, und die Kreativität wird belohnt durch neue Perspektiven und Beziehungen. Viel Freude beim gegenseitigen Kennenlernen!

CK