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Pessach und Ostern - Feste der Religionen begegneten sich

03.05.2019

Am 3. April 2019 in Johannes mit Kantorin Aviv Weinberg und Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog

„Und am ersten Tag der Ungesäuerten Brote, als man das Passalamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst?“ (Markus 14,12)

Die abendliche Sederfeier Jesu mit seinen Jüngern zu Beginn des Passafestes in Jerusalem bildet das Fundament der christlichen Abendmahlsfeier. Kantorin Aviv Weinberg und Pfarrer Dr. Andreas Goetze stellten in einem anregenden Gespräch in der Johannes-Kirchengemeinde die Gemeinsamkeiten der beiden Feiern heraus.

Freiheit aus der Knechtschaft Ägyptens und Freiheit zum ewigen Leben – das und noch viel mehr verbindet die beiden Feste miteinander. Gegenseitig konnten wir die ungesäuerten Brote unserer Feste probieren – die Mazze, frisch aus Israel importiert, und die Hostien, das Brot des Abendmahls. Schmecken sie wirklich so fade wie der jüdische Schriftsteller Ephraim Kishon es in seiner Satire beschreibt? Für uns nicht, denn wir konnten sie zusammen mit dem Charoset des Sedertellers probieren, einem Mus aus Äpfeln mit Rosinen, Zimt und Mandeln. Mit seiner bräunlichen Farbe erinnert es an die Ziegel, die die Israeliten im Exil brennen mussten.

Dazu gab es Musik zum Mitsingen und Hören: Ein Abendmahlslied, von Pfarrer Goetze schwungvoll am Flügel begleitet, brachte unsere Verbundenheit zum Klingen: „Du bist heilig, du bringst Heil bist die Fülle, wir ein Teil der Geschichte, die du webst…“ und endete in einem fröhlichen Halleluja, das das Trio Tal Aviv der Kantorin aufgriff. In mehreren hebräischen Psalmvertonungen ließ uns das junge, talentierte Trio teilhaben an den häuslichen Gesängen am Sederabend und fügte sie zu einem wunderschönen Lobgesang zusammen, den auch Jesus mit seinen Jüngern am Sederabend gesungen hat (Mk 14,26).

Dieser stimmungsvolle und informative Abend macht Lust auf mehr, und so nehme ich gern die Fragen und Anregungen mit nach dem gemeinsamen Besuch eines jüdischen Gottesdienstes und der Begegnung mit jüdischen Glaubensgeschwistern, die uns in so zugewandter und fröhlicher Art unsere gemeinsamen Wurzeln entdecken ließen.

Ein herzliches Dankeschön auch an die gastgebende Gemeinde und Pfarrerin Miehe-Heger, die durch den Abend führte.

Christiane Kehl, Beauftragte für den Bereich Migration und Integration im Kirchenkreis Steglitz