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Österliches Sterben im Mittelmeer

12.05.2020

Corona macht Flüchtlinge unsichtbar

Am Osterwochenende waren mindestens vier überfüllte Schlauchboote mit Flüchtlingen aus Libyen im Mittelmeer mit Ziel Europa unterwegs. Die Küstenwache Frontex hatte sie gesichtet, aber nicht reagiert. Ein Boot sank… Die Menschen eines Bootes wurden zurück nach Libyen gebracht. Andere erreichten ein Rettungsschiff einer NGO, das schon völlig überfüllt war. Ein Boot erreichte Italien – der Hafen geschlossen! In den Medien wurde darüber kaum berichtet, denn Corona beherrscht unsere Nachrichten!

Warum wagen die Menschen eine so riskante Flucht? Weil sie überleben wollen! In Libyen herrscht ein brutaler Bürgerkrieg. Sowohl die UN-Flüchtlingslager als auch die libyschen Internierungslager sind geschlossen. Dort hatte Ärzte ohne Grenzen regelmäßig Zugang. 6.500 Flüchtlinge leben nun schutzlos auf der Straße oder in freien Lagern, wo sie Armut und Folter erleiden. Die grausamen Wunden der Geretteten zeigen das. Die Landesgrenzen sind geschlossen und Schlepper locken mit angeblich kurzen Wegen nach Italien. Man sehe schon die Lichter – tatsächlich sind es die Lichter der Ölplattform vor Libyen!

Auch auf den ägäischen Inseln leben Geflüchtete in großer Not. Völlig überfüllte Lager sind eine Zeitbombe für den Ausbruch von Corona. Alle brauchen Schutz und bessere Lebensbedingungen – nicht nur die 47 in Deutschland aufgenommenen Flüchtlingskinder!

Kann man IRGENDETWAS für diese Flüchtlinge tun?

Ja!  Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auch wenn die Lage sehr schwierig ist:

  1. Teilen Sie diese Informationen! Unter https://www.youtube.com/watch?v=LkUDviC2iGI finden Sie einen Bericht von Ärzte ohne Grenzen e.V. und Seawatch e.V. vom 28.4.2020, auf dem ein Teil dieser Ausführungen basiert.

  2. Unterstützen Sie United4Rescue e.V. mit Spenden und setzen Sie sich dafür ein, dass der Kirchenkreis Steglitz auf der nächsten Kreissynode dem Bündnis beitritt. Untited4Rescue hat aus Spenden die Seawatch 4 gekauft , die gerade in einer spanischen Werft einsatzbereit gemacht wird. Das Bündnis will damit die fehlende staatliche Seenotrettung ausgleichen und wendet sich gegen eine Kriminalisierung. „Menschen dürfen nicht ertrinken“ – auch nicht bei Corona!

  3. Unterstützen Sie Initiativen, die die weitere Aufnahme von Geflüchteten fordern. Deutschland hat die stärkste zivilgesellschaftliche Stimme in ganz Europa! Damit wurde bereits die Aufnahme von 47 Kindern aus Griechenland erreicht.


Christiane Kehl