Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
InstagramRSSPrint

Kirche und Diakonie - ein starkes Team

Kreissynode Steglitz diskutiert 6. These des EKBO-Reformprozesses

Eine Kundgebung auf dem Hermann-Ehlers-Platz zum 70. Jahrestag der Befreiung mit anschließender Prozession und ökumenischem Gottesdienst in der Lukas-Kirche bildete am 8. Mai den Auftakt zur Steglitzer Frühjahrssynode. Im Zentrum der Tagung stand später das Thema „Kirche und Diakonie“, auf das die 6. These des landeskirchlichen Reformprozesses Bezug nimmt.

„Diakonie ist nicht lediglich ein Tortenstück der Kirche“, stellte Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) in ihrem Eingangsreferat fest. Zwar würde die Diakonie vielfach als Teilbereich der Kirche wahrgenommen, wolle man aber beim Kuchenvergleich bleiben, entspräche sie eher dem alles durchdringenden Aroma. Diakonie sei somit eine untrennbare Dimension von Kirche. Auftrag der Diakonie und ihre Einsetzung ergäben sich aus Matthäus 25,40 und Apostelgeschichte 6.

Eschen räumte ein, dass Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen dennoch zuweilen miteinander fremdeln. Dies sei unter anderem auf die Einführung der Pflegeversicherung vor 20 Jahren zurückzuführen. Sie zwang diakonische Einrichtungen zu unternehmerischem Handeln mit entsprechenden Rechtsformen. Damit ging unter anderem die Zeit der Gemeindeschwester zu Ende. Mittlerweile gehören 52.000 Mitarbeitende in 1.600 Einrichtungen zum Landesverband DWBO. Seine Hauptaufgaben sind die Anwaltschaft für Menschen in besonderen Lebenslagen, die Interessenvertretung in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Dienstleistungsaufgaben für seine Mitglieder sowie die kommunale Vernetzung.

Diakonie ist, was Menschen in ihrer Persönlichkeit fördert

Eschen warb bei den Steglitzer Synodalen für die Neubesinnung auf eine diakonische Kirche, die für ihre soziale Kompetenz bekannt ist. Schließlich sei alles Diakonie, was Menschen in ihrer Persönlichkeit fördere, sagte sie. Damit hätten kirchliche und diakonische Träger ein gemeinsames Ziel. Sie wünsche sich für die Zukunft, dass beide das Evangelium als befreiende Kraft kommunizieren und gemeinsam Nachbarschaften gestalten. Weiterhin sollte die kritische Stimme der diakonischen Kirche im Einsatz für faire Lebensverhältnisse gehört werden. Dies könne nur durch Arbeitsteilung erreicht werden.

Jeder lange Weg beginne mit dem ersten Schritt, schloss Eschen. Sie forderte die Steglitzer Kirchengemeinden daher auf, im September, dem traditionellen Monat der Diakonie, eine gemeinsame Aktion mit einer diakonischen Einrichtung in ihrem Umfeld zu organisieren. Für finanzielle Unterstützung stehe das DWBO bereit, sagte sie.

Im Anschluss an das Referat tauschten sich die Synodalen in Gruppen zu bereits bestehenden und möglichen diakonischen Projekten in Steglitzer Kirchengemeinden und Regionen aus. Daraus ergab sich ein dringender Aufruf zu Erhalt und die Fortführung der Sozialen Beratung im Diakonischen Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf (DWSTZ): Die Synode unterstützt die aktuellen Gespräche mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf zur Neukonzeptionierung eines gemeinsamen Familienbüros.

Mehr Informationen