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„Grenzen erfahren“

02.09.2019

Zugewanderte erzählten in St. Matthäus ihre Geschichten

Zwei aus Kamerun und Kenia zugewanderte Menschen erzählten am 2. August in der St. Matthäus-Kirche einem hoch interessierten Publikum ihre Geschichten: Warum haben sie ihre Heimat verlassen und sind nach Deutschland gekommen? Welche Grenzerfahrungen haben sie gemacht? Konnten sie daraus Kraft für die Gestaltung ihrer Zukunft schöpfen?

Dass es schwierig ist, in deutscher Sprache zu studieren, konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer gut nachvollziehen. Aber wie viele Jahre es braucht, um den unerfüllten Traum von einem Leben in den USA aufzugeben und sich neu zu orientieren, war eine von vielen überraschenden Botschaften. Die beiden Erzählenden berichteten von ihren Wegen und Umwegen, von einer langwierigen Jobsuche und von den Bedenken der Familie zur interkulturellen Ehe. Nach langen Jahren der Orientierung mit vielen Grenzerfahrungen geben die beiden Erzählenden ihre Erkenntnisse gern an andere zugewanderte Menschen weiter, um ihnen Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu finden.

Aylin Karadeniz und Berndt Palluch von der Organisation NEUE ZEITZEUGEN  moderierten den Erzählsalon sehr einfühlsam und gaben auch dem Publikum die Möglichkeit, Fragen an die Erzählenden zu stellen. In den kurzen Pausen ließ Alexander Reiß aus der Charlottenburger Friedensgemeinde das Erzählte nachwirken und schuf dabei am Flügel eine wundervolle musikalische Verbindung zu den Stoff- und Flugobjekten des Berliner Künstlers Raul Walch im Kirchenraum der St. Matthäus-Kirche. 

Die vielfältigen Rückmeldungen des Publikums haben gezeigt, wie sehr eine persönliche Geschichte den eigenen Horizont erweitern kann. Manche fanden diesen ersten Kontakt mit der Biografie von Zugewanderten bereichernd, andere profitierten vor allem von dem veränderten Blick eines Geflüchteten auf seine eigene Fluchtgeschichte. Das große Interesse der Zuhörerinnen und Zuhörer und ihre spontanen Gedanken ermutigen uns, dieses Format in zukünftigen Veranstaltungen fortzusetzen.

Der Erzählsalon fand in Kooperation mit dem Ev. Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf und der Kulturstiftung St. Matthäus statt und war eine Begleitveranstaltung zu der Wanderausstellung der Diakonie Deutschland mit dem Titel „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“.

chk