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Bibel, Fußball, Käsekuchen

Ein Blick in die #digitaleKirche

Sie springen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden: Menschen von heute, junge und halbwegs junge, mit Witz, Charme, Tiefe und einer Botschaft. Der Botschaft. Sie sind Pfarrerin, Vikar, Literaturwissenschaftler, Religionspädagogin, Diakonin, Pastor, Technikexpertin, Filmpfarrer, Seelsorger und mehr. Sie lieben die Menschen, fremdeln zuweilen mit Kirche, begeistern sich für Fußball, für Mode, für Musik, für Kaffee und auch ein bisschen für sich selbst. Sie sind homosexuell mit Kind oder getrennt mit Kind, ex-Katholik und Schwarz. Die einen beantworten Flüsterfragen zu Glaubensthemen, die man sich nie zu stellen traute. Die anderen nehmen einen mit in ihren Alltag als Pfarrerin, der fordert und überfordert. Es geht um Nachhaltigkeit, Theologie und die Liebe zu Käsekuchen. Sie zeigen sich als ganze Menschen und lassen dabei aber auch gar nichts aus: die erste Beerdigung, sexistische Angriffe, die eigene Hausgeburt. Mit anderen Worten: sie sind mutig und irgendwie großartig. Wo man sie finden kann? Na, im Netz. In den Sozialen Medien. Kirche im digitalen Raum sozusagen.

Im Gespräch bleiben

Unter dem Hashtag #digitaleKirche vernetzen sich schon seit Jahren kirchliche Onliner auf den Plattformen Instagram, YouTube, Twitter, & Co. Sie wissen, dass Themen rund um Spiritualität, Glaubens- und Sinnfragen die Mehrzahl der Menschen bewegt. Dass sinkende Kirchenmitgliedszahlen an diesem Umstand so gar nichts ändern, denn der ist so alt wie die Menschheit selbst. Und dass Kirche zwar eine Menge zu diesen Themen zu sagen hat, aber im virtuellen Raum kaum zu finden war. Dass dies drohte zu einer verpassten Chance zu werden, im Kontakt und im Gespräch zu bleiben. Schließlich liegt die Nutzung Sozialer Medien bei den 10–44-Jährigen bei einer hohen zweistelligen Zahl. Influencer2 haben Konjunktur. Unter dem Motto „dahin gehen, wo die Menschen sind“, probierten sie aus, klärten auf, appellierten an kirchliche Gremien, sich dem virtuellen Raum zu öffnen.

Theresa BrücknerTheresa Brückner / Foto: Nora Erdmann

Nun sind sie schon ein bisschen groß geworden. Die Berlinerin Theresa Brückner ist einer der frühen Stars dieser kirchlichen Social-Media-Szene. Als Vikarin begann sie unter dem Namen @heresaliebt auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube aus ihrem Leben zu berichten. Mit dem Entsendungsdienst erhielt sie 2019 bereits eine Stelle als Pfarrerin im digitalen Raum in Tempelhof-Schöneberg. Oder das Pastorinnen-Ehepaar Ellen und Stefanie Radtke mit seinem YouTube-Kanal „Anders Amen“. Zielgruppe der beiden war vor allem die queere Minderheit in der Kirche. Wegen ihres Humors und ihrer Echtheit werden sie aber von vielen geliebt und geklickt (neue Folge immer mittwochs). Michael Sommer dagegen setzt auf Playmobil. Mit seinem YouTube-Kanal „Sommers Weltliteratur“ kann er eine eine sechstellige Abonnentenzahl vorzeigen. Seit Oktober letzten Jahres „verplaymobilisiert“ er nun die 66 Bücher der Bibel in 66 Wochen, eine Folge ist durchschnittlich 10 Minuten lang.

Ehrlich und direkt

Relevante Themen, prägnante Aussagen, ehrliche Ansichten verbunden mit guten Bildern und Ton zeichnen die verschiedenen Kanäle aus. Das Gemeinschaftswerk Evangelische Publizistik hat deshalb im letzten Jahr die Besten bzw. die mit der größten Reichweite in dem evangelischen Content-Netzwerk YEET zusammengefasst. Angefangen mit einer Hand voll sind es inzwischen 21, die sich dort als „Sinnfluencer“ mit ihren jeweiligen Themen an Zielgruppen zwischen 14 und 39 Jahren richten. Sie setzen in ihrem eigenen Alltag an und sind damit direkt bei den jungen Menschen. Dabei halten sie mit ihrer Botschaft nicht hinterm Berg und kommen auf die jeweils eigene Art auf Glaubensthemen zu sprechen. Schauen Sie doch mal rein, vielleicht ist auch für Sie etwas dabei: https://yeet.evangelisch.de/

Oder geben Sie auf der Plattform Ihrer Wahl #digitaleKirche ein, Sie werden ganz sicher fündig.

ubo